Antaris festival 2011 fotos

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Alte Gemäuer: Schlösser, Burgen, Klöster in der Nordeifel

  • Burg Blankenheim

  • Burg Kerpen

  • Burg Kommern

  • Burg Monschau

  • Burg Münstereifel

  • Burg Nideggen

  • Burg Nürburg

  • Burg Reifferscheid

  • Burg Satzvey

  • Burg Veynau

  • Burg Wildenburg

  • Burg Zievel

  • Kloster Mariawald

  • Kloster Prüm

  • Kloster Steinfeld

  • Maria Laach

  • Schloss Eicks

  • Schloss Schleiden

  • Schloss Schmidtheim

  • Schloss Wachendorf

"War das die erste regionale Immobilien-Blase des Mittelalters?", fragt sich der Besucher unwillkürlich bei mehr als zwei Dutzend Burgen, Schlössern und Klöstern in 30-40 min. Fahrentfernung vom Wackerberg. Und darin sind nur die entsprechenden Gebäude in der Eifel gezählt - locker dieselbe Anzahl kommt noch einmal dazu, wenn die Umgebung von Euskirchen, Zülpich und Weilerswist in der Voreifel mit in Betracht gezogen wird. Weiterhin gibt einige Burgen, die man nur aus der Geschichtsschreibung kennt (z.B. Burg Freilingen und Burg Lindweiler bei Blankenheim), und andere, von denen nur noch ein paar Grundmauern stehen (z.B. die Kronenburg oder die Stolzenburg).
Insgesamt sind in der Eifel über 130 Adelssitze gezählt worden mit einer in Europa einmaligen Dichte von Burgen und Schlösser. Ein Drittel davon hat den Lauf der Zeit nicht überstanden.

Zugegeben, PS-Boliden zur Demonstration des eigenen Status waren seinerzeit nicht verfügbar, alternative Anlageformen rar gesät - da hielt man sich zwangsläufig an Steine, Mörtel und Wassergräben. Aber galt die Eifel nicht als arm, seit der Zeit des Wiener Kongresses sogar als "Preußisch Sibirien"?
Das Mittelgebirge - eingerahmt von den römischen Stadtgründungen Trier, Aachen und Köln - ist seit dem Altertum eine Kulturlandschaft mit Fernhandelsrouten, einer florierenden Landwirtschaft und Bergbau, der in der Neuzeit viele Metall-verarbeitende Betriebe entstehen ließ. Die weltlichen und kirchlichen Herrscher wollten ihren Wohlstand (und ihre Machtansprüche) nach außen demonstrieren - und die Tourismusindustrie der Region ist ihnen noch heute dafür dankbar. So war das Hochmittelalter eine gute Zeit für die Eifel, wobei in Sachen Macht- und Prachtentfaltung die geistlichen Herren die Burgherren locker in den Schatten stellten.

Wer sich für die Kultur des Mittelalters interessiert, sollte in jedem Fall einen Abstecher zur Burg Nideggen machen. Dort erwartet den Besucher ein Burgenmuseum, das in insgesamt acht Räumen innerhalb des Turmes auf mehreren Etagen untergebracht ist - mit Modellen der Burgen in der Eifel zwischen Mosel und Rhein. Rüstungen, Hellebarden, Schwerter gehören ebenso zu den Ausstellungsstücken wie Erklärungen zu Folter- und Verhörmethoden, Gerichtsbarkeit und Kerkerhaft.

Bruder Konrad

Eine Urgroßmutter Karls des Großen (Bertrada, die ältere) stiftete 721 die spätere Fürstabtei Prüm - eine weitsichtige Entscheidung, denn Prüm wurde in den folgenden Jahrhunderten zum mit Abstand mächtigsten Herrschaftssitz in der Eifel. Der Besitz der Abtei war riesig und reichte vom Rhein bis zum Atlantik (Bretagne) und an die Nordsee (Niederlande). Kaiser und Könige gingen hier ein und aus, darunter Karl der Große, Kaiser Lothar I., Pippin der Bucklige und Karl der Kahle, der als erster König Frankreichs gilt.
Noch heute ist die Abteikirche (St. Salvator Basilika) mit ihren 2 charakteristischen Türmen und dem Langhaus das eigentliche Wahrzeichen der Stadt.
Die Mönche in Prüm gründeten im Laufe der Zeit eine Reihe von Zweigniederlassungen, darunter im Jahr 830 ein Kloster, aus dem sich später die Stadt Bad Münstereifel entwickeln sollte.

Nicht ganz so alt wie Prüm - und zu keiner Zeit so mächtig - ist die Abtei Maria Laach (gegründet 1093), die dafür mit einer traumhaften Lage am Laacher See in der Vulkaneifel punktet.

Abtei Maria Laach

Konrad Adenauer wusste das zu schätzen: Als der Kölner Oberbürgermeister (und spätere erste Bundeskanzler) 1933 von den Nazis seines Amtes enthoben wurde, fand er als "Bruder Konrad" für ein Jahr Zuflucht im Kloster.
Die Abteikirche von Maria Laach ist eines der am besten erhaltenen romanischen Bauwerke Deutschlands und heute ein beliebtes Ausflugsziel. Die Anziehungkraft auf Besucher teilt sie mit der wesentlich kleineren Abtei Mariawald, ein vor mehr als 500 Jahren gegründetes Trappisten-Kloster nahe Heimbach, etwa 20 Fahrminuten vom Wackerberg entfernt und umgeben vom Nationalpark Eifel.

Das große Klostersterben

Als "Alleinstellungsmerkmal" hatte der Orden seinen Mitgliedern strenge Verhaltensregeln auferlegt und durfte zudem mit päbstlicher Sondererlaubnis die Lithurgie in Latein feiern. Damit, so die Hoffnung, könne man dem "demografischen Wandel" vielleicht etwas entgegensetzen und eine gewisse finanzielle Selbstständigkeit durch den Betrieb einer Gaststätte, eines Buchladens, einer Likörfabrik und eines Klosterladens aufrechterhalten.
Wer nicht nur an weltlichen Genüssen interessiert ist, konnte für 3 bis 8 Tage um Aufnahme im Gästehaus zwecks geistlicher Erneuerung bitten.

Vielleicht war der zeitweilige Erfolg der Trappisten ja auch einer weitsichtigen, Ordens-internen "Quotenregelung" zu verdanken, immerhin sechs Jahrzehnte vor der diesbezüglichen Aufnahme in den Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Jedenfalls hat man 1953 mit der Abtei Maria Frieden - einige Kilometer südlich bei Dahlem, nicht weit vom Flugplatz "Dahlemer Binz" und vom Kronenburger See gelegen - eine eigene feminine Zweigniederlassung aufgezogen, seinerzeit das einzige Frauenkloster der Trappisten in Deutschland. Mögen die Damen inzwischen auch etwas in die Jahre gekommen sein, so bewirtschaften sie doch weiterhin ihr 70 Morgen großes Anwesen, destillieren Klosterlikör und haben sich auf das Weben von "Paramenten" spezialisiert, künstlerisch aufwendig gestaltete Textilien für den Kirchenraum.

Diener des Herrn

Für Mariawald jedenfalls haben sich Anfang 2018 die letzten Hoffnungen zerschlagen: Zwar hatte keiner der Mönche auf eine zeitgemäße Vorruhestandsregelung gepocht, bei einem Durchschnittsalter von 81 Jahren ist jedoch kein geregeltes Klosterleben mehr möglich. So hat es jedenfalls die Kongregation in Rom entschieden und könnte der Region damit gleichzeitig eine touristische Attraktion nehmen.
Vielleicht lässt man sich bei der Wirtschaftsförderung Heimbach aber auch vom Ideenreichtum unserer niederländischen Nachbarn anstecken. In Valkenburg, nicht weit von Aachen, wurde 2016 im ehemaligen Kloster Simpelveld eine "Internationale Butler Akademie" eingerichtet. James und seine Kollegen trainieren acht Wochen lang für den perfekten Umgang mit der Etikette, zum stolzen Preis von 13.750 Euro pro Person. Sie decken Tische ein, kochen, reinigen und servieren. Später landen die Absolventen nicht selten beim Hochadel oder bei reichen Geschäftsleuten. Man dient immer noch dem Herrn, aber eben einem anderen...

Kloster zu verkaufen

Jürgen Wegmann war in den achtziger Jahren ein erfolgreicher Mittelstürmer bei Borussia Dortmund, Schalke 04 und Bayern München. Heute erinnert man sich weniger an seine elegante Ballbehandlung im gegnerischen Strafraum als an die geradezu philosophische Spielanalyse: "Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu."
Ähnliches müssen wohl die Salvatorianer im Kloster Steinfeld bei Kall bei der Kontemplation ihrer kommerziellen Projekte empfunden haben. Die Biogasanlage, die der Orden als "joint venture" mit einem lokalen Bauern betrieb, hatte im August 2013 Insolvenz angemeldet - durchaus zur klammheimlichen Freude mancher Nachbarn, denen das Projekt buchstäblich zum Himmel gestunken hat...
Nur konsequent also, dass Kloster und 8 Hektar Gelände im Herbst 2013 zum Verkauf gestellt wurden. Zwei Wochen vor Weihnachten konnte dann die frohe Botschaft verkündet werden: Die Salvatorianer bleiben in Steinfeld, der aus Mechernich-Wachendorf stammende Bierbrauer Wolfgang Scheidtweiler macht das nötige Kleingeld locker, um Kloster und Biogasanlage weiterzubetreiben.

Innenhof

Kloster Steinfeld: Innenhof in der 360°Ansicht

Mit seiner Unterstützung entstand 2015 im ehemaligen Internat und dem Gästehaus des Klosters ein Tagungszentrum mit 180 Betten im 4-Sterne-Bereich. Ins Hotelgeschäft stieg Wolfgang Scheidtweiler bereits 1991 in Pforzheim und später in Stuttgart ein - der Mann hat also Ahnung vom Geschäft! Firmenpräsentationen und Seminare sollen unter der Woche für Auslastung suchen, die Besucher von geistlichen Kursen eher am Wochenende und "normale" Touristen an allen Tagen.

Nonnen als Hausbesetzer

Dass ein paar Autonome ein alternatives Kulturzentrum besetzen (oder nach Auslaufen des Mietvertrags nicht räumen), kommt vielleicht in Köln vor, aber bestimmt nicht in der Eifel. Eine Hausbesetzer-Szene hat hier eigentlich nie von sich reden gemacht - dafür aber 4 Nonnen in Zweifall, einem Stadtteil von Stolberg am Rand des Naturparks Nordeifel. Die Schwestern weigern sich nämlich, das durchaus sehenswerte Karmelitinnenkloster Maria Königin (erbaut 1954/55) zu verlassen, nachdem die vatikanische Ordenskongregation im Januar 2006 das Kloster aufhob. Zwar sind inzwischen nur noch 2 standhafte übrig geblieben, aber die trotzen bislang - unterstützt von einem Freundeskreis des Klosters - einer durch das Bistum Aachen angedrohten Zwangsräumung.
2018 müssen die standhaften Damen wohl endgültig aufgeben: Dann soll nämlich das Eigentum an den Klosteranlagen auf einen ungenannten Käufer übergehen und ein "sozio-caritatives Zentrum" eingerichtet werden.

Start-up auf Gut Reichenstein

Überall in der Eifel werden Klöster dichtgemacht, aber nicht weit von Monschau - und nur ein Steinwurf von der belgischen Grenze entfernt - haben Mönche Ende 2017 nach umfangreichen Sanierungsarbeiten die über 900 Jahre alte Klosteranlage Reichenstein wiederbelebt. Später einmal sollen bis zu 25 Benediktiner im Kloster leben; Führungen für interessierte Gruppen gibt es bereits jetzt, und einen Klosterladen hat man natürlich auch schon eingerichtet.
Pikantes Detail: Das Erzbistum Aachen steht dem kirchlichen »Start-up« ziemlich distanziert gegenüber, das sich den Regeln des heiligen Benedikt, der lateinischen Liturgie und dem Schweigen verpflichtet sieht. Der Orden, so mokieren sich die Aachener, stehe der Priesterbruderschaft Pius X nahe, das Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche sei ungeklärt. Konservative Dissidenten also...

Hexenverfolgung in Schmidtheim

Mindestens genauso vielfältig wie Architektur und Geschichte der Eifler Burgen und Schlösser ist ihre Funktion in der Gegenwart:
Auf Schloss Schmidtheim lebt Emanuel Graf Beissel zu Gymnich, dessen Vorfahre 1511 hier eingeheiratet hat - mehr Tradition geht eigentlich nicht! In der Familiengeschichte gibt es aber auch eine dunkle Seite. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts brach in dem kleinen Eifelort eine regelrechte Menschenjagd aus, geschürt von den Freiherrn Reinhard der Jüngere und seinem Sohn Bertram Beissel von Gymnich und angefeuert von katholischen Theologen. Den Hexenprozessen fielen allein in den Jahren 1630 und 1631 48 Dorfbewohner zum Opfer, ein erheblicher Teil der erwachsenen Bevölkerung.

Nachtragend sind die Schmidtheimer offensichtlich nicht, denn sie haben den aktuellen Grafen zwischenzeitlich in den Gemeinderat gewählt und feierten im Juli 2011 gemeinsam mit ihm und seiner Familie „500 Jahre Beissels in Schmidtheim“.
Neben der Land- und Forstwirtschaft investierte die Familie im 18. und 19. Jahrhundert in die regionale Eisenerzförderung und setzte sich für eine bessere Verkehrsanbindung durch die Bahnstrecke Köln-Trier ein. Vor einigen Jahren wurde ein Unternehmen für regenerative Energiegewinnung mit Hilfe von Holz- und Reststoffvergasern gegründet, das inzwischen erfolgreich Exportmärkte erschließt.

Schloss Schmidtheim

Tradition & Marketing

Ganz auf das Geschäft mit dem Mittelalter setzte schon früh sein Namensvetter (und Cousin) Franz Josef Graf Beissel von Gymnich, der gemeinsam mit seiner amerikanischen Frau Jeannette Anfang der 80er Jahre die ersten Ritterspiele auf Burg Satzvey veranstaltete, die als besterhaltene Wasserburg des Rheinlands gilt. Dort finden inzwischen das ganze Jahr über Ritterspiele, Burgfeste und Mittelaltermärkte statt, das eine oder andere Konzert ist auch dabei. Inzwischen wird das operative Geschäft von seiner Tochter im Rahmen der Patricia Gräfin Beissel GmbH geleitet.

An Mittelalterspectaculum und Burgfesten versuchen sich natürlich auch andere, nicht immer mit dem Marketingtalent eines Graf Beissel. Viel Erfahrung hat man z.B. in Reifferscheid gesammelt, wo der Eintritt zu den entsprechenden Events passenderweise "Wegezoll" heißt. Alle zwei Jahre findet am dritten Septemberwochenende ein Burgfest mit dem mittelalterlichen Spielmanns- und Gauklerprogramm statt sowie ein Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende.
Ein ganz anderes Konzept haben die Inhaber des Wasserschlosses Eicks umgesetzt: Dort präsentieren auf dem Gartenfestival "CountryHomes" über 160 Aussteller aus ganz Europa Trends und Traditionelles für Garten, Haus und Hof.

Irgendeine Form von Gastronomie begegnet dem Besucher mindestens auf jeder zweiten Anlage, sei es Burg, Schloss oder Kloster. So lädt die Burg Nideggen beispielsweise zum mittelalterlichen Mahl oder alternativ zum Krimi-Dinner ein.
Heiraten - sogar mit Standesamt inklusive - kann man in dem einen oder anderen Gemäuer, wie beispielsweise auf der Burg Kirspenich.
Auf Schloss Schleiden und Burg Blankenheim sind inzwischen Jugendherbergen untergebracht, in der Burg Hengebach (Heimbach) eine Kunstakademie. Am bekanntesten dürfte jedoch die Nürburg sein, an deren Fuß die populäre (und mittlerweile insolvente und an einen Investor weiterverkaufte) Rennstrecke erbaut wurde, die immer noch die meisten Besucher in die Eifel zieht.

Burg Vogelsang

Von der Kaderschule zum Nationalparkzentrum

Ob sich die Erstbezieher mit der neuzeitlichen Nutzung anfreunden könnten, bleibt naturgemäß ungewiss. Bei der ehemaligen "NS-Ordensburg" Vogelsang sieht das wohl anders aus: Ihre Erbauer wollten den Nachwuchs des Nazi-Regimes schulen, jetzt zeigt eine historische Dokumentation, wie das Projekt einer nationalsozialistischen Erziehungsanstalt aufgrund seiner Ausbildungstheorie und der Praxis des Lehralltags scheiterte.
Interessant ist Vogelsang aber vor allem als Besucherzentrum des ersten (und bisher einzigen) Nationalparks in Nordrhein-Westfalen mit grandioser Aussicht über Seen und Wälder.

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